Chäsi Girenbad

Die Chäsi Girenbad gehört der 1866 gegründeten Sennereigenossenschaft Girenbad und wird in der dritten Generation von der Käserfamilie Bieri, jetzt Egli, geführt. Sie stellt aus den jährlich 1,4 Millionen Litern silofreier Rohmilch von ihren sechs Lieferanten Käsespezialitäten her. Die Produkte werden im eigenen Ladengeschäft sowie über das Label natürli vertrieben.[1] [2]
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Chronologie
1866 Elf Viehbesitzer aus dem Gebiet Girenbad gründen die Sennereigenossenschaft Gyrenbad. Sie wollen eine Sennhütte bauen, um die Milch besser zu verwerten. Fürs erste kaufen sie eine alte Sennhütte an ziemlich idealer Lage im Dorf, nahe am Bach, machen Reparaturen und mieten einen Käsekeller in der Nähe dazu.[1] [3]
1903 Die Sennerei erhält die Konzession für die Installation einer Turbinenanlage. Der Antrieb soll mit Wasser aus dem Bodenbach erfolgen.[3]
1919 Ein Elektromotor wird angeschafft, die Turbine wird mitsamt Wasserleitung an die Webschiffchenfabrik der Gebrüder Honegger im Sack verkauft.[3]
1939 Der Vorstand beschliesst, neben der alten Sennhütte eine neue Sennhütte zu erstellen, die für die sogenannte Fettkäserei eingerichtet ist. Der Senn Emil Graf zieht 1941 in die neue Käserei ein und produziert Tilsiter. Im Erdgeschoss ist ein Landi-Laden untergebracht.[3]
1958 Paul Bieri sen. aus dem Emmental wird Milchkäufer. Er zieht mit seiner Familie in das 1957 am Standort der alten Sennhütte erstellte Wohnhaus ein. Anfänglich wird noch Tilsiter hergestellt, wegen Absatzschwierigkeiten wird auf Emmentaler umgestellt.[1]
1962 Der zweite Roboter im Kanton Zürich wird von der Sennereigenossenschaft Girenbad angeschafft, er wendet die schweren Emmentaler Käse im Keller.[3]
1966 Ein Schweinestall wird gebaut. In der Schweinezucht wird die beim Käsen anfallende Milchschotte verwertet.[3]
1972 Die Käserei wird renoviert: Ein zweites Kessi und ein Käseaufzug werden eingebaut.[3]
1983 Paul Bieri jun. übernimmt die Käserei von seinem Vater und wird Milchkäufer. Der Käsemarkt ist zu dieser Zeit noch stark staatlich reguliert. Trotz allerhand bürokratischer Schikanen beginnt Paul Bieri 1990, Käsespezialitäten herzustellen, 2001 gibt er die Emmentaler-Produktion auf.[1] [4]
1997 Die Käserei wird saniert und ein grosser Käsekeller wird angebaut.[1] [3]
1999 Nach der Auflösung der Schweizerischen Käseunion muss sich auch die Käserei Girenbad um neue Absatzwege kümmern und arbeitet mit dem Label natürli zusammen. Paul Bieri entwickelt weitere neue Produkte, mit denen er im nun offenen Markt den Geschmack der Kundschaft trifft.[4] Mit dem Sennenfladen gewinnt er 2004 die Goldmedaille bei den Swiss Cheese Awards in Appenzell.[3]
2006 Eine separate Weichkäserei wird gebaut und der Verkaufsladen umgebaut.[1]
2008 Das Girenbaderli wird an den Schweizer Käsemeisterschaften zum besten Schweizer Weissschimmelkäse gekürt.[5]
2010 Christa Egli-Bieri übernimmt die Käserei von ihrem Vater und wird Milchkäuferin. Sie produziert ausschliesslich Spezialitäten und entwickelt immer wieder neue Käsevarianten.[1]
2018 Nach acht Jahren Planung, aufwendigen Verhandlungen mit Behörden und langem Abwarten der Kulturlandinitiative kann endlich mit dem dringend notwendigen Erweiterungsbau der Käserei begonnen werden. Da die Käserei und mehr als die Hälfte der Flächen der Milchlieferanten im Berggebiet liegen, wird das Projekt von der Schweizer Berghilfe unterstützt.[3] [6]
2019 Simon Bieri, der Bruder von Christa, übernimmt den Schweinemastbetrieb von seinen Eltern.[7]
2020 Die Produktion im neuen Gebäude wird aufgenommen. 6 Bauern liefern jeden Tag ca. 3000-3500kg Rohmilch an, die zu den beliebten Käsespezialitäten verarbeitet werden. Neben dem Ladengeschäft ist jetzt auch Platz für das Girenbeizli, einen kleinen Gastbetrieb.[2]
2025 Die Chäsi Girenbad wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Sie beschäftigt 12 Mitarbeitende.[2]
Fotos
Bilder zu «Chäsi Girenbad»:
Unterlagen im Archiv Ortsgeschichte
- Dokumentenarchiv: Dossier Chäsi Girenbad
Karte
Literatur
Anne Kuttnig-König, Geschichten der Sennerei Girenbad bei Hinwil, basierend auf den Protokollbüchern 1866-2020, 106 Seiten, Selbstverlag, 2021 (F3.1./94a, vorhanden im Archiv Ortsgeschichte).
Weblinks
Website der Chäsi Girenbad, https://chaesi-girenbad.ch/, aufgerufen am 23.5.2025
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Dokument "Infos über die Chäsi Girenbad" vom 14.4.2011
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Website der Chäsi Girenbad, aufgerufen am 23.5.2026
- ↑ 3,00 3,01 3,02 3,03 3,04 3,05 3,06 3,07 3,08 3,09 Anne Kuttnig-König, Geschichten der Sennerei Girenbad bei Hinwil, basierend auf den Protokollbüchern 1866-2020, 106 Seiten, Selbstverlag, 2021 (F3.1./94a, vorhanden im Archiv Ortsgeschichte).
- ↑ 4,0 4,1 Top Hiwil Nr. 204: Vortrag von Paul Bieri und Christa Egli-Bieri am Schamschtig-Kafi vom 5.2.2011
- ↑ Bericht in der Tageszeitung Tages-Anzeiger vom 15.9.2008
- ↑ Bericht in der Tageszeitung Tages-Anzeiger vom 22. Juli 2019
- ↑ Top Hinwil Nr. 292 vom 22. Januar 2020