Kemptnerstrasse 2
Ungefähr dort, wo heute das Mehrfamilienhaus an der Täusistrasse 5 steht, befand sich früher das Restaurant Frohsinn und die Eichstätte für die Bezirke Uster, Hinwil und Meilen. Das Restaurant schloss 1941, das Gebäude wurde Ende 1970 abgebrochen.
Allgemein
- Anschrift
- Kemptnerstrasse 2
- 8340 Hinwil
- Ortslage
- Unterdorf
Kurzbeschreibung
Restaurant Frohsinn und Eichstätte, abgebrochen Ende 1970.
Objektdaten
- Gebäudeversicherungsnummer GVZ (Assekuranznummer)
- 1160
- Grundstücksnummer / Parzellennummer
- nicht angegeben oder unbekannt
- Nutzung der Liegenschaft
- Gebäude: Gastgewerbe
- Quelle GISZH
- Datum nicht angegeben
Chronologie
1821 Das Wohnhaus mit Magazin und Schopf wird für Hs. Rud. Kägi erstellt. Später dient es auch als Werkstätte. [1]
1907 Familie Honegger übernimmt den Frohsinn und betreibt neben der Wirtschaft noch eine Bauschlosserei. Vater Honegger ist mit seiner Familie 1896 von Mühlehorn GL nach Hinwil gezogen und hat dort im Elektrizitätswerk im Tobel Arbeit gefunden. [2]
1908 Siegfried Metzger (1886–1971) und Ida Honegger heiraten am 7. September. Der Bräutigam stammt aus Möhlin AG und arbeitet zuerst bei Schmied Josef Schmucki im Unterdorf, dann in der Bohrerschmiede von August Knecht in der Mühle. [2]
1910 Vater Honegger wird zum Eichmeister der Bezirke Hinwil, Uster und Meilen gewählt. [2]
1929 Familie Metzger-Honegger führt den Frohsinn bis zur Schliessung des Restaurants 1941. Tochter Maria, geboren 1923, hilft im Betrieb mit. [3] Zum Restaurant gehört auch eine Kegelbahn in einem separaten länglichen Gebäude. [4]
1936 Emil Honegger wird als Nachfolger seines Vaters zum Eichmeister gewählt. Seine Frau erledigt die Büroarbeiten. Die Schlosserei geht ein. [2]
1941 Das Restaurant wird Ende Jahr geschlossen. [3] Nach einer anderen Quelle erfolgt die Schliessung am 31.12.1942.
1965 Emil Honegger gibt mit 70 Jahren sein Amt als Eichmeister auf und betätigt sich noch einige Jahre als Aushilfe bei seinem Nachfolger. [2]
1970 Ein Zeitungsbericht zeigt eine Foto vom Abbruch der Eichstätte. «Anstelle dieses längst baufälligen Gebäudes wird im Frühling dann – etwas versetzt – ein neuer Wohnblock für 12 oder 13 Familien entstehen», heisst es dazu. [5]
Erinnerungen von Marie Bayer-Metzger (geboren 1923)
«Ich bin im Frohsinn geboren und aufgewachsen. Als Kind musste ich servieren und die Kegel – sie waren aus Gummi – aufstellen. Es wurden nur Getränke serviert, kein Essen. Wenn Militär einquartiert war, wurde das Essen angeliefert. Manchmal gab es Tage mit nur fünf Franken Einnahmen. Meine Mutter betrieb die Wirtschaft, mein Vater arbeitete bei der FBW. Wir hatten auch eine Gartenwirtschaft. Meine Mutter setzte am Morgen eine Kanne voll Kaffee auf. Dieser wurde bei Bedarf mit einem Tauchsieder aufgewärmt. Im Winter lieferten die Bauern Eis vom Eisweiher. Im Sommer lieferte die Brauerei Wädenswil das Eis. Geheizt wurde mit einem Holzofen in der Wirtschaft. Für den Abwasch stand ein Kupferkessel zur Verfügung. Am Milchzahltag trafen sich die Bauern in der separaten Stube, damit die Habenichtse nicht sahen, was die Bauern bekamen. Ich arbeitete später in vielen Wirtschaften im Service und als Aushilfe. Eichmeister Honegger hatte seine Werkstatt in gleichen Haus.» [3]
Fotos / Dateien
Kartenausschnitt
Einzelnachweise
- ↑ Angaben von Ortschronist Kurt Ruf zu einer Foto vom Augst 1970.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Zum Gedenken. Emil Honegger, Hinwil. Zeitungsartikel vom 14. Mai in der Jahreschronik Hinwil 1986.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Angaben von Marie Bayer-Metzger am 7. Dezember 2015, notiert im Hinblick auf die Sonderausstellung zum Woolsii im Ortsmuseum Hinwil.
- ↑ Ortsplan von Hinwil von 1930 mit Angaben zu Einrichtungen der Maschinenfabrik.
- ↑ Die alte Eichstätte muss weichen! Zeitungsartikel in der Jahreschronik Hinwil 1970.
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