Gossauerstrasse 45
Ziegelhütte von 1837 (abgegangene Liegenschaft) An der gleichen Stelle befanden sich bis 2019 die Liegenschaften Gossauerstrasse 45a und 45b. Heute steht dort der Wohnblock Gossauerstrasse 45.
Allgemein
- Anschrift
- Gossauerstrasse 45
- 8340 Hinwil
- Ortslage
- Büel
Kurzbeschreibung
Ziegelhütte von 1837 (abgegangen)
Objektdaten
- Gebäudeversicherungsnummer GVZ (Assekuranznummer)
- 509
- Grundstücksnummer / Parzellennummer
- nicht angegeben oder unbekannt
- Nutzung der Liegenschaft
- Gebäude: Industrie/Gewerbe
- Quelle GISZH
- Datum nicht angegeben
Chronologie
Vorgeschichte
1798 Die Gebrüder Walder betreiben in Hinwil eine Brennerei für Ziegel und Kalk. Der genaue Standort ist unklar. Der Betrieb ist illegal, denn die erforderliche Bewilligung der Stadt Zürich fehlt.[1]
1804 Der Rat in Zürich erteilt die Weisung, das Ziegelbrennen unverzüglich einzustellen und sowohl die Ziegelhütte als auch den Brennofen abzubrechen. Anlass für diesen Befehl dürften Klagen von anderen Zieglern in der Umgebung gewesen sein. Auf ein Bittgesuch hin wird der weitere Betrieb dann doch erlaubt, allerdings nur für den Eigenbedarf.[1]
1814 Am 10. Februar und am 4. April schreibt Pfarrer Scheuchzer an den Ratsherren Rahn in Zürich. Er ersucht um die Bewilligung, für den Bau eines neuen Schulhauses Ziegel und Kalk herstellen zu dürfen. Er weist auf die schwierigen Zeiten hin und auf die Tatsache, dass das alte Schulhaus abgebrannt sei. Das Gesuch wird von der Regierung bewilligt, allerdings mit der Auflage, nach dem Schulhausbau die Ziegelhütte und den Ofen abzubrechen. Die Gebrüder Walder sehen dadurch ihr Recht auf Produktion für den Eigenbedarf in Gefahr. Sie weigern sich, Baumaterial für das Schulhaus zu liefern. Dem Rat in Zürich schreiben sie, sie hätten vom Gesuch des Pfarrers nichts gewusst und wollten ihre Ziegelhütte wie bisher betreiben. Die Streitsache wird schliesslich beigelgt: Die Walders brennen die nötigen Ziegel und ihre Hütte bleibt bestehen.[1]
1817 Der Gemeinderat sendet ein sechsseitiges Gesuch an den Rat in Zürich: Er wünscht eine behördlich genehmigte Ziegelei und Kalkbrennerei mit unbeschränktem Produktionsrecht. Das Oberamt Grüningen konsultiert die benachbarten Ziegeleien.[1]
1818 Die Ziegler von Rüti, Wald, Fischenthal, Adetswil und Riedikon stellen den Antrag, das Gesuch abzulehnen und die bestehende Hinwiler Ziegelhütte endlich abzubrechen. Dies geschieht schliesslich; das genaue Datum ist unklar.[1]
1826 Ein weiteres Gesuch der Hinwiler wird abgelehnt.[1]
1831 Die Zivilgemeinde stellt ein Gesuch, die Kirchgemeinde eine Petition: Der Gewinn einer neuen Ziegelhütte solle wohltätigen Zwecken dienen, heisst es darin.[1]
Geschichte des Gebäudes

1835 Besitzer: Gebrüder Weber[2]
1837 Ende des Streits mit den Nachbargemeinden. Liberalisierung des Traditionellen Zunft- und Handwerkerwesens. Bau der Ziegelhütte[3] Eine andere Quelle nennt 1837 als das Jahr, in dem die Ziegelhütte im Büel erstmals in den Urkunden erscheint.[1]
1843 Die bisherige Anlage wird abgerissen und neu gebaut.[1]
1857–1928 Besitzer: Jakob Weber[2]
1871 Am 8. März verstirbt Jakob Weber. Er hinterlässt seine Witwe Elisabetha, geborene Köng (geboren 1818), Tochter Regula, geboren 1844 und verheiratet mit Hermann Hotz in Bubikon sowie seinen Sohn Jakob, geboren 1854. Gemeindepräsident Rudolf Pfenninger und Gemeindeschreiber Wilhelm Nauer erstellen am 12. April ein detailliertes Inventar des Verstorbenen.[4]
1889 Es werden zum letzten Mal Ziegel gebrannt.[2]
1929 Das Gebäude wird umgebaut.[2]
Unterlagen im Archiv Ortsgeschichte
- Jahrheft 1936: Die Ziegel- und Kalkbrennerei in Hinwil. Artikel von E. Hürlimann.
- Dokumentenarchiv: Schachtel 23/10 Inventar Jacob Weber vom 12. April 1871
- Baugeschichtliches Archiv: Gossauerstrasse
- Baugeschichtliches Archiv: Büel
Fotos / Dateien
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Ehemalige Ziegelhütte, 1921
-
Gossauerstrasse 18/20 und 45, undatiert
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Gossauerstrasse 18, 20 und 45, undatiert
Kartenausschnitt
Siehe auch
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 Véron, Marc (1981): Die «schwarzen» Ziegel von Hinwil. Ein Handel mit der Obrigkeit im 19. Jahrhundert. Artikel im Heimatspiegel, illustrierte Beilage zur Regionalzeitung Zürcher Oberländer, Nr. 8 vom August 1981, Seiten 57 bis 61.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Fünftes Jahrheft der Antiquarischen Gesellschaft Hinwil von 1932. Foto mit Beschreibung des Gebäudes auf Seite 34.
- ↑ Brühlmeier, Markus (1995): Hinwil. Alltag, Wirtschaft und soziales Leben von 745 bis 1995. © Gemeinde Hinwil/Markus Brühlmeier. Buchverlag Druckerei Wetzikon AG. 320 Seiten. Seite 169.
- ↑ Inventarium über den Nachlass des am 1. März 1871 sel. verstorbenen Jacob Weber, Ziegler im Bühl. Aufgenommen von Gemeindepräsident Pfenninger und Gemeinderatsschreiber Nauer am 12. April 1871. 17 Seiten, Handschrift. Archiv Ortsgeschichte Hinwil.
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