Hotz, Henri (1862–1937)
| Hotz, Henri (1862–1937) | |
|---|---|
| Vorname: | Henri |
| Nachname: | Hotz |
| Geschlecht: | männlich |
| Geburtsdatum: | 16. Juli 1862 |
| Geburtsort: | Hinwil ZH |
| Todesdatum: | 9. April 1937 |
| Todesort: | Hinwil ZH |
| Beruf: | Handmaschinensticker, Fabrikant |
| Amt: | Ehrenmitgliedschaften in diversen Vereinen, im Militär Hauptmann der Infanterie |
Henri Hotz (geb. 16. Juli 1862 in Hinwil ZH; gest. 9. April 1937 in Hinwil ZH). Er erlernt in Arbon die Handmaschinenstickerei, welche er nach einem Aufenthalt in Frankreich in seinem Hause zum Sonnengarten Bachtelstrasse 18 betreibt. 1892 lässt er eine Weberei mit 16 Jacquardstühlen erstellen, die er bald mechanisiert und vergrössert. Er erwirbt und baut weitere Webereien und Stickereien in Amden, Oberterzen, Lustenau (A) und Bohlingen (D). Diversen Behörden gehört er viele Jahre an.
Leben
1862 Henri Hotz wird in Hinwil im elterlichen Haus Frohwies geboren. Nach dem Abschluss der Sekundarschule hilft er im Landwirtschaftsbetrieb seines Vaters mit. [1]
1880 Henri Hotz erlernt in Arbon die Hand-Maschinenstickerei und richtet im elterlichen Wohnhaus eine Stickmaschine ein.[2]
1882 Weiterbildung in Stickerei und Textilindustrie in Frankreich.[2]
1885 Henris Vater Heinrich Hotz baut das Haus Zum Sonnengarten Sein Sohn Henri Hotz richtet darin 4 Handstickmaschinen ein und gründet die Stickerei zum Sonnengarten. Daneben beschäftigt er 40-50 Handsticker und betreibt eine Ferggerei (Mittelsleute zwischen den Zürcher Handelsherren und den Heimarbeitern auf der Landschaft).[2]

1888 Henri Hotz und Albertina Weber heiraten am 3. Juli.[3] Das Ehepaar hat vier Kinder: Lydia, Blanka, Henri jun. und Frieda.[4]
1891 Henri Hotz installiert in der Winde seines Wohnhauses einen Jacquard-Webstuhl und gründet die Seidenweberei Hotz. Während dem Winter nimmt er jeweils am Sonntagmorgen an einem Webschulkurs in Rüti teil.[2]
1892 Bau des ersten Gebäudes an der Bachtelstrasse mit 16 Hand-Jacquard-Webstühlen. Die Weberei wird 1905 und 1916 erweitert. Henri Hotz kauft, baut und verkauft diverse Webereien und Stickereien. Er ist nach dem 1. Weltkrieg unermüdlich auf Reisen, um Aufträge zu beschaffen.[2]
1914 Bei Beginn der Grenzbesetzung ist Infanterie-Hauptmann Henri Hotz Kommandant einer Landsturmkompanie.[5]
1923 Henri Hotz gründet für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Wohlfahrtsstiftungen zur Alters-, Hinterbliebenen-, Invaliden- und Wöchnerinnenvorsorge. Er organisiert auch Kinderbetreuung, günstigen Wohnraum im Gstalden und im Letten, Bibliotheken und Lesesäle. Es geht ihm dabei nicht nur um christliche Nächstenliebe: gut umsorgte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind motiviert, mehr zu leisten.[6] Der Volksmund nennt ihn Side-Hotz.[2]
1937 Henri Hotz stirbt in Hinwil. In einem Nachruf im Wiener Fremdenblatt vom 14. April 1937 wird er als eine der populärsten und geachtetsten Persönlichkeiten der Schweizer Seidenindustrie gewürdigt. [1]
Öffentliche Ämter
- 1885–1891 Mitglied der Sekundarschulpflege
- 1886–1892 Präsident der Zivilgemeinde Hinwil-Dorf
- 1886–1892 Mitglied der Spendkommission
- 1892–1904 Gemeinderat
- 1904–1910 Präsident der Rechnungsprüfungskommission
- 1889–1911 Oberkommandant der Feuerwehr
- 1911–1927 Bezirksrat
- 1912–1918 Kantonsrat [1]
Fotografien
Bilder zu «Hotz, Henri (1862–1937)»:
-
Gedenkblatt zur Hochzeit von Henri Hotz und Albertina Weber, 1888
-
Websaal der Seidenweberei Hotz um 1940
Unterlagen im Archiv Ortsgeschichte Hinwil
- Jahrheft 1937 Antiquarische Gesellschaft Hinwil
Siehe auch
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 ohne Autorenangabe (1937): Nachruf auf Henri Hotz. In: Antiquarische Gesellschaft Hinwil. Zehntes Jahrheft 1937. (Vorhanden im Archiv Ortsgeschichte Hinwil)
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Lebenslauf von Henri Hotz, Chronik Bezirk Hinwil, 1944, abgelegt im Dossier Hotz Seidenweberei im Ortsarchiv Hinwil
- ↑ Dossier Hotz Seidenweberei im Ortsarchiv Hinwil, Bildlegende
- ↑ Publikation “Heimatspiegel” des Verlags Zürcher Oberländer, Autorin Anna Meili, Nr. 6/Juni 2003
- ↑ Lebenslauf von Henri Hotz, Chronik Bezirk Hinwil, 1944, abgelegt im Dossier Hotz Seidenweberei im Ortsarchiv Hinwil
- ↑ Beitrag von Marina Lussi in Top Hinwil Nr. 251, 25.11.2015