J. Suter & Cie. AG Eisen- und Metallwarenfabrik

Aus Hinwilpedia

Briefkopf Firma Suter, 1912

Die Firma J. Suter & Cie. AG war von 1852 bis 1996 in der Metallwarenverarbeitung tätig (in erster Linie der Herstellung von Fischbändern). Die Fabrikgebäude, zuerst in Wernetshausen und Hadlikon, später zusammengelegt im Zentrum von Hinwil, wurden um die Jahrtausendwende abgebrochen. Heute erinnert nichts mehr an den grossen Fabrikkomplex. An seiner Stelle steht jetzt der Wohnpark Tetris (in der Kurve der Bahnlinie nach der Dürntnerstrasse gegen die Alte Zihlstrasse).


Vorgeschichte

1852 Johannes Suter (1823–1890), geboren und aufgewachsen in Müetschbach-Bäretswil, Wernetshausen, Winterthur und Zürich, zieht mit Ehefrau Kathrina Schoch, Sohn Johannes und Tochter Ida nach Wernetshausen und eröffnet eine mechanische Werkstätte zur Fabrikation von Fischbändern für Fenster, Kasten und Türen. Er nimmt Einsitz im Gemeinderat, im Kantonsrat, dann wird er Kreisrichter, Bezirksrichter und zehn Jahre dessen Vizeräsident.[1]

1872 erwirbt Johannes (auch Jean genannt) Suter junior (1844-1927) von den Erben von Jakob Pfenninger dessen Zündholzfabrik in Hadlikon. Dieser Zweigbetrieb stellt fortan unter dem Namen Jean Suter, Eisenwarenfabrik Hadlikon-Hinweil Baubeschläge her (ein ähnliches Sortiment, wie sein Vater derweil in der Werkstätte in Wernetshausen weiter produziert).[2]

1890 Nach dem Tod von Johannes Suter legt sein Sohn die beiden Geschäfte in Hadlikon und Wernetshausen zusammen. Ebenfalls wird Suter junior Nachfolger seines Vaters am Bezirksgericht, das er von 1897 bis 1900 präsidiert.[3] Mit Susanna Dändliker hat er vier Kinder. Der Älteste ist auch wieder ein Johannes (1868–1956). Bereits mit 13 Jahren, 1881, tritt mit ihm als Lehrling, die dritte Generation in den Familienbetrieb ein.[1]

1891 heiratet Johannes Suter (auch Jean genannt), Sina Forster. Sie haben zusammen drei Kinder.[1]

1904 wird er in den Gemeinderat gewählt, als Vertreter von Hadlikon.[1]

1911 verkaufen Suters die Liegenschaft an der Edikerstrasse in Hadlikon an Alfred Schweizer aus Veltheim. Der neue Eigentümer legt dort den Grundstein für die Tricotwarenfabrik Paul Schweizer & Co.[2]

Chronologie

1909 wird in Hinwil mit einem Neubau der Grundstock für die noch über achtzig Jahre dauernde Geschichte der metallverarbeitenden Fabrik mit dem Namen J. Suter & Cie. gelegt. Mit der Inbetriebnahme der neuen Anlage wird auch das Fabrikationsprogramm erweitert. Es werden Baubeschläge aller Art, Schmiede- und Sattlerartikel und kleinere landwirtschaftliche Geräte hergestellt.[4]

1927 werden die Fabrikanlagen ein erstes Mal ausgebaut. Zeitgleich wird die Fischbandproduktion in Wernetshausen eingestellt. Die Maschinen werden in den Neubau nach Hinwil gebracht. Zudem tritt mit Johannes Suter-Gilg (1892–1964) bereits ein Vertreter der vierten Generation in die Geschäftsleitung ein.[4]

1951, während Johannes Suter-Gilg die Firma immer noch leitet, wird die Fabrikation durch eine Stanzerei erweitert. Neu gebaut werden auch Lokalitäten für eine Werkzeugmacherei und eine Drehautomatenabteilung. Das Fabrikationsprogramm ist anfänglich auf die Herstellung von Baubeschlägen ausgerichtet. Mit dem rar werden von Roheisen nach dem 2. Weltkrieg hat sich die Firma einen neuen Fabrikationszweig mit dem Stanzen von Massenartikeln aufgebaut. Dafür werden Eisen- und Blechabfälle verwendet.[4]

Zeitgleich wird Sohn Hans Suter–Bührer (5. Generation) in die Firmenleitung aufgenommen.

Von 1969 - 1971 wird ausgebaut. Eine grosse Lagerhalle, eine ebensogrosse Fabrikationshalle und ein Bürotrakt werden geplant und umgesetzt.[4]

1972 erfolgt die Umwandlung in eine Familienaktiengesellschaft. Die Unternehmung heisst neu J. Suter & Cie. AG.[4]

1977 zum 125-Jahre-Jubiläum der Firma werden 38 Personen beschäftigt und der Umsatz beläuft sich auf rund 3,1 Mio. Franken. Der Firmenleitung ist jedoch klar, dass das Unternehmen stark von der Baubranche abhängig ist und Zukunftsprognosen schwer machbar sind.[4]

In den frühen 1980er Jahren tritt mit Johannes Suter-Mai (geboren 1951 und seit 1977 verheiratet mit Pia Maria Mai) die 6. Generation der Firmenleitung bei.

1992 erfolgt der letzte Neu- und Ausbau der Fabrik. Viele neue, moderne Maschinen (Stanzautomaten, Fräsmaschinen, computergesteuerte Bohrmaschinen, Klinkmaschinen, Roboterschweiss-Anlagen und eine CNC-gesteuerte Schneideanlage) werden angeschafft.

1996 Am 9. Februar wird gemäss amtlicher Publikation im Zürcher Oberländer der Konkurs über die Familienaktiengesellschaft J. Suter & Cie. AG verhängt. [5]

2000 lässt die neue Besitzerin des Areals, die Allreal Holding AG, sämtliche Firmengebäude abreissen und erstellt auf dem Gelände den Wohnpark Tetris.

Siehe auch

Fotos

Bilder zu «J. Suter & Cie. AG Eisen- und Metallwarenfabrik»:

weitere Bilder ...

Unterlagen im Archiv Ortsgeschichte

  • Dokumentenarchiv: Wirtschaft: Dossier Firma J. Suter & Cie. AG
  • Dokumentenarchiv: Personen: Familie Suter
  • Bibliothek: Diverse Preislisten und Sachregister, F 3.3 20–22
  • Bibliothek: Gesangbuch Emma Suter 1896, F 5 22
  • Bibliothek: Fotoalbum Familie Suter-Dändliker F 5 29
  • Familienchronik, Stammbaum, Wappen, Geschichte, F 5 83 (in Personendossier)

Objekte

Karte

Die Karte wird geladen …


Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Chronik der Familie Suter. 72 Seiten Fotokopien handschriftlicher Notizen von Johannes Suter-Dändliker (1844–1927), aufgeschrieben 1910. Ergänzt durch 20 Seiten, verfasst durch Johannes Suter-Forster (1868–1956) um das Jahr 1940. Vorhanden im Archiv Ortsgeschichte Hinwil.
  2. 2,0 2,1 Schefer-Gujer, Werner (2007): Werkstätten und Fabriken am Wernetshauser- und Hadlikerbach. Broschüre, 8 Seiten, erhältlich im Archiv Ortsgeschichte Hinwil.
  3. Chronik der Gemeinde Hinwil, 1927
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 125 Jahre J. Suter & Cie. AG. Illustrierte Broschüre. 16 Seiten. Photos A. Walder, Hinwil. Druckerei Wetzikon AG.
  5. Regionalzeitung Zürcher Oberländer, Ausgabe vom 14. Februar 1996.
Cookies helfen uns bei der Bereitstellung von Hinwilpedia. Durch die Nutzung von Hinwilpedia erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies speichern.