FERAG

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Logo seit 2008

FERAG ist der Name eines bedeutenden Industrieunternehmens in Hinwil. Als einer der grössten Arbeitgeber der Gemeinde und international operierender Hersteller von Förder- und Verarbeitungssystemen für die Druckindustrie ist das Familienunternehmen sowohl von lokaler, als auch von internationaler Bedeutung.

Chronologie

Firmengründer Walter Reist, 2008
Erstes Firmenlogo von 1957

1957 Der studierte Maschinenbauingenieur Walter Reist gründet zusammen mit Hans Fehr in Dietlikon die Firma FERAG. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Herstellung und den Vertrieb von industriellen Transporteinrichtungen. Besonders komplexe Förderbänder für die Verarbeitung von Printmedien sind ein zentrales Standbein der FERAG.[1]

1964 Der Unternehmenssitz wird nach Hinwil verlegt. Ein neuer Standort ist Aufgrund des Wachstums des Unternehmens notwendig geworden. Im Gebiet der Wässeri an der Zürichstrasse westlich des Hinwiler Ortskerns ist ein neues Industrie- und Gewerbegebiet im Entstehen begriffen. Das Produktions- und Verwaltungsgebäude der FERAG ist einer der ersten Bauten dieser Gewerbezone. Das Firmengelände wird im Verlauf der folgenden Jahrzehnte laufend weiter ausgebaut.[2]

1967 Innerhalb von zehn Jahren konnte das Unternehmen dank Innovationen auf 150 Mitarbeitende anwachsen. In der Wässeri wird ein erster Erweiterungsbau realisiert, der eine Kapazitätssteigerung um 60% ermöglicht.[3]

1973 Reist erkennt früh die Möglichkeiten der Elektronik zur Steuerung von Fliessbändern und Sortiersystemen. Diese ermöglicht eine individuell an die Kundenbedürfnisse angepasste Gestaltung von Systemen. Besonders die Nachfrage nach maschineller Einsteckung von Prospekten inspiriert die FERAG-Ingenieure zu Innovationen. Eine bedeutende Erfindung aus dem Hause FERAG ist 1973 die rotierende Einstecktrommel, die das automatisierte Einlegen von Prospekten in Zeitschriften und Zeitungen ermöglicht.[4]

1987 Mehrere Grossaufträge von international tätigen Verlegern sorgen für Aufsehen. So bestellen der englische Medienzar Robert Maxwell und der australische Grossverleger Rupert Murdoch Anlagen im Wert von hunderten Millionen Franken. Murdoch reist sogar persönlich nach Hinwil.[5]

1991 Die FERAG übernimmt nach der Wende die ostdeutsche Polygrafische Speizialmaschinenbau GmbH in Mölkau bei Leipzig.[6] Am Standort Hinwil beschäftigt die FERAG 1991 auf dem Höhepunkt ihrer Produktion 770 Mitarbeitende.[7]

1996 Auch nach dem Rückzug des Patrons Dr. h.c. Walter Reist bleibt die Leitung der FERAG und der ihr übergeordneten Walter Reist Holding AG im Familienbesitz und wird an Tochter Susanne Rau-Reist übertragen.[8]

FERAG-Einstecktrommel in einer Druckerei in Essen, 2011

2019 Die FERAG ist von der Krise des Printmediengeschäfts unmittelbar betroffen. Der neue CEO Dr. Manfred Zurkirch legt die Tochtergesellschaften unter dem Markennamen Ferag zusammen und beschliesst die Abstossung mehrerer Tochtergesellschaften: Des Marketingunternehmens Valecom in Hinwil, der Druckerei PMC in Oetwil am See und des Lagerlogistikunternehmens Denipro in Weinfelden. Ein ursprünglich als Forschungszentrum geplanter Neubau wird vermietet, da das Unternehmen im Zuge der Sanierung aus Zurkirchs Sicht redimensioniert werden müsse. Ausserdem werden 150 von über 400 Stellen am Hauptsitz Hinwil gestrichen.[9]

2025 Die Walter Reist Holding AG geht in der WRH Immobilien AG in Hinwil auf.[10]

2026 Das Unternehmen umfasst die beiden rechtlich eigenständigen Gesellschaften Ferag AG und Ferag Solutions AG. Weltweit sind über 550 Mitarbeitende in 18 Staaten beschäftigt. Das Unternehmen verfügt über mehr als 9000 Patente, davon über 3000 aktive.[11]

Galerie

Weblinks

Literatur

  • Forster, Peter: Weitblick. Walter Reist – Erfinder und Pionier, Unternehmer und Staatsbürger. Frauenfeld 2007.
  • Lüönd, Karl: Gelebtes Unternehmertum. Verarbeitende Fördertechnik. Der Beitrag von Walter Reist an die moderne Medienindustrie. Zürich 2010.

Einzelnachweise

  1. Lüönd, Karl: Gelebtes Unternehmertum. Verarbeitende Fördertechnik. Der Beitrag von Walter Reist an die moderne Medienindustrie. Zürich 2010, S. 35–36.
  2. Lüönd, Karl: Gelebtes Unternehmertum. Verarbeitende Fördertechnik. Der Beitrag von Walter Reist an die moderne Medienindustrie. Zürich 2010, S. 56.
  3. Lüönd, Karl: Gelebtes Unternehmertum. Verarbeitende Fördertechnik. Der Beitrag von Walter Reist an die moderne Medienindustrie. Zürich 2010, S. 59.
  4. Lüönd, Karl: Gelebtes Unternehmertum. Verarbeitende Fördertechnik. Der Beitrag von Walter Reist an die moderne Medienindustrie. Zürich 2010, S. 63 und 94-95.
  5. Lüönd, Karl: Gelebtes Unternehmertum. Verarbeitende Fördertechnik. Der Beitrag von Walter Reist an die moderne Medienindustrie. Zürich 2010, S. 107.
  6. Lüönd, Karl: Gelebtes Unternehmertum. Verarbeitende Fördertechnik. Der Beitrag von Walter Reist an die moderne Medienindustrie. Zürich 2010, S. 111.
  7. Brühlmeier, Markus: Hinwil. Alltag, Wirtschaft und soziales Leben von 745 bis 1995. Wetzikon 1995, S. 272.
  8. Lüönd, Karl: Gelebtes Unternehmertum. Verarbeitende Fördertechnik. Der Beitrag von Walter Reist an die moderne Medienindustrie. Zürich 2010, S. 158 und 176.
  9. Marquart, Joerg: Der neue Ferag-Chef redet Tacheles. Interview mit Manfred Zurkirch, in: ZO online, 13.09.2019. [1] (Stand:02.01.2026)
  10. Schweizerisches Handelsamtsblatt, Tagesregister-Nr. 6593 vom 04.11.2025 (Stand 02.01.2026)
  11. Online-Firmenporträt (Stand: 02.01.2026)
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