Gebrüder Honegger AG, Webschützenfabrik im Sack Wernetshausen
Seite in Bearbeitung, Bea Hagen
Das Unternehmen fabrizierte von 1918 bis 1991 alle Sorten von Webschützen und als Spezialität auch solche für automatische Webstühle. Die Firma hatte den Ruf einer vorbildlichen sozialen Einstellung, was von den Arbeitnehmern dankbar anerkannt wurde.
Vorgeschichte
1879 Das Wasserwerk, mit einer Turbine ausgerüstet, wird durch den Schifflifabrikant Heinrich Suter für seine Werkstätte im Sack Wernetshausen in Betrieb genommen.[1]
1889 Rudolf Bamert kauft die Liegenschaft. Die Nutzung ist jedoch unbekannt.[1]
1898 Der neue Besitzer der Liegenschaft Henri Hotz richtet eine Seidenzwirnerei ein, deren Betrieb rund 20 Jahre Bestand hat. 1913 schafft er einen Elektromotor an, mit dem zeitwiese die ganze Winderei betrieben wird.[1]
Chronologie
1918 Im Oktober kaufen die Brüder Arnold und Otto Honegger die Liegenschaft und gründen in den ehemaligen Lokalitäten der Seidenzwirnerei Henri Hotz im Sack Wernetshausen eine Webschützenfabrik. Die Führung der Firma liegt bei Otto Honegger. [1]
1921 Die Gebrüder Honegger errichten in Sonthofen (Bayern) eine Zweigniederlassung unter der Führung von Arnold Honegger.[2]
1924 Die Zusammenarbeit der Gebrüder Honegger mit der Gebrüder Forster und Emil Forster AG (1920–2018) für die Produktion von Webschützenklemme beginnt.[3]
1933 Am 4. August brennt es in der Webschützenfabrik. Der Brand kann durch die Nachbarn gelöscht werden.[4]
1944 Der Betrieb zählt 25 Angestellte. [2]
1962 Otto Honegger stirbt.[3]
1963 Walter Honegger, der Sohn von Otto Honegger, übernimmt die Führung der Webschützenfabrik bis zur Betriebsschliessung ca. 1991.[3]
1985 Als einziger Zeitzeuge der ehemaligen Wasserkraftnutzung ist der noch in Umrissen erkennbare Weiher geblieben. [1]
1991 Die zwei Arbeiterwohnungen über der Metallverarbeitungshalle brennen. Alle Maschinen im Parterre werden gerettet und in den Gewerbeanbau geschoben. Diese werden allerdings nie mehr in Betrieb genommen. Der betroffene Hausteil wird in den folgenden Jahren wieder aufgebaut; es entstehen drei Kleinwohnungen. Einzelne Fabrikationsräume werden in den folgenden Jahren an KMU’s (kleinere und mittlere Unternehmen) und Privatpersonen vermietet.[3]
2003 Esther Burkhard–Honegger, Tochter von Walter Honegger, übernimmt das Areal der Webschützenfabrik.[3]
2005 Der private Gestaltungsplan Im Sack Wernetshausen wird von der Gemeindeversammlung Hinwil angenommen. Dieser ermöglicht den Umbau des südlich gelegenen Fabrikgebäudes in Wohnraum und Stallung. In den anderen Gebäuden sind gemäss der Baudirektion des Kanton Zürich (Verfügung vom 8. September 2005) Dienstleistungsbetriebe und Kleingewerbe, sowie sinnvolle neue Nutzungen, zeitgemässe Erneuerungen und eine massvolle Erweiterung möglich.[3]
2024 Esther und Werner Burkhard planen gemeinsam mit Yvonne und Franco Gorgi, die beiden seit Jahren ungenutzten Lager- und Betriebsgebäude in Wohnraum für Menschen über 65+ umzubauen. Gemäss Gestaltungsplan von 2006 wäre dies möglich. Doch das neue kantonale Raumplanungsgesetz von 2018 verhindert das Projekt.[3]
Siehe auch
- Sackstrasse 29
- Sackstrasse 31
- Sackstrasse 32
- Objekt:Weberschiffchen
- Objekt:Tschako Ordonnanz 1898
- 1933
- Hotz, Henri (1862–1937)
- Wattefabrik
Fotos
Bilder zu «Gebrüder Honegger AG, Webschützenfabrik im Sack Wernetshausen»:
Unterlagen im Archiv Ortsgeschichte
- Dokumentenarchiv: Dossier Honegger Webschützen Sack
Karte
Weblinks
webschifflerei.ch | Wohnraum für Alt und Jung, Aufgerufen am 12. Dezember 2025
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Broschüre, Im Stampf, Sack und Sägetobel. Herausgegeben von W. Schefer-Gujer Dezember 2009.
- ↑ 2,0 2,1 «Chronik Bezirke Hinwil, 1944. (Das Chronik ist im Archiv Ortsgeschichte Hinwil erhältlich.)</
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 Burkhard Esther (2026): Interview mit Bea Hagen im März 2026.
- ↑ Jahrheft (1933): Beitrag im Sechstes Jahrheft der Antiquarischen Gesellschaft Hinwil 1933. (Das Heft ist im Archiv Ortsgeschichte Hinwil erhältlich.)