Verzeichnis der Burgen

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Die Gyger-Karte von 1667 verzeichnet unter anderem die Burgen von Bossikon, Hadlikon, Hinwil, Ringwil, Bernegg und Greifenberg bei Bäretswil

Dieses Verzeichnis der Burgen umfasst in drei Kategorien insgesamt acht Burgen in und um Hinwil: Zwei archäologisch nachgewiesene Burgen auf dem Gemeindegebiet, vier archäologisch nicht nachgewiesene Burgen auf dem Gemeindegebiet und zwei nachgewiesene Burgen der Nachbargemeinden von Hinwiler Adelsgeschlechtern.

Quellenlage

Die Quellenlage für die Hinwiler Burgen ist dürftig. Die wichtigste Quelle ist ein Notizfragment zu Johannes Stumpfs Schweizer Chronik von 1528, die ingesamt sieben Burgen in und um Hinwil nennt, die im Besitz lokaler Adelsgeschlechter gewesen sein sollen. Auf den späteren Kantonskarten, der Karte von Jos Murer (1566) und der Karte von Hans Conrad Gyger finden sich schematische Abbildungen dieser Burgen. Gesichert archäologisch bezeugt ist allerdings nur die Burg Bernegg.[1]

Verzeichnis

Nachgewiesene Burgen in Hinwil

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Burg Bernegg Die Freiherren von Bernegg sind 1229 erstmals bezeugt, 1283 verkaufen sie ihre Burg an das Ritterhaus Bubikon. Die Burg liegt auf einem Hügel zwischen Bernegg und Wildbachtobel, und bestand wohl aus einem talseitigen Wohnhaus und einem bergseitigen Turm.[2] 1935 wurden umfangreiche Grabungen durchgeführt und Teile der weitgehend zerfallenen Burg wieder aufgemauert, teils frei rekonstruiert.[3]
«Schloss» Girenbad Möglicherweise erhielt das stattliche Haus im Girenbad seine volkstümliche Bezeichnung als Schloss durch die frühe Steinbauweise, vielleicht auch durch die mögliche Nutzung als Amtshaus des Niederen Gerichts Greifenberg (Ritter von Hinwil). Die komplexe Baugeschichte lässt sich nicht genau rekonstruieren, aber es ist denkbar, dass Teile des Bauwerks ins Mittelalter zurückreichen.[4]

Nicht nachgewiesene Burgen in Hinwil

Bild Bezeichnung Beschreibung
Burg Hinwil In der Chronik von Stumpf wird erwähnt, dass die Burg der Freiherren von Hinwil für den Bau eines Glockenturms (wohl der Kirche) verwendet worden sei.[5] Der Burgbühl wird nur zweihundert Meter nordöstlich der Kirche vermutet, wo sich ein Geländeplateau mit Gräben befindet.[6]
Burg Schlossbühl Ein steile zerfurchte Krete oberhalb des Wildbachtobels wird als Standort einer Burg der Breitenlandenberg angenommen, die ebenfalls bei Stumpf erwähnt wird. Mangels Mauerfunden ist die Burg nicht sicher nachgewiesen, aber zahlreiche Bodenfunde machen die Annahme wahrscheinlich.[7]
(kein Standort bekannt) Burg Ringwil Laut Stumpf soll sich oberhalb der Siedlung Ringwil die Burg eines gleichnamigen Geschlechts befunden haben, die später an die Landenberger gefallen sein soll. Für die Burg gibt es weder archäologische noch urkundliche Nachweise.[8]
(kein Standort bekannt) Burg Bossikon Stumpf erwähnt eine Burg und ein Geschlecht von Bossikon. Die Festung habe sich Laut Stumpf «by dem haff Bossikon an der bilgerstrass by dem holz» befunden. Genauere Angaben und archäologische oder urkundliche Nachweise fehlen.[9]

Nachgewiesene Burgen nahe der Gemeindegrenze

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Burg Hadlikon (Gemeinde Dürnten) Die Chronik von Stumpf erwähnt eine Burg bei Hadlikon.[10] Die Inhaber könnten Lehensleute der Freiherren von Hinwil gewesen sein. Die Burg dürfte sich in einem Tobel östlich von Hadlikon auf dem Gemeindegebiet von Dürnten befinden, wo heute noch Gräben sichtbar sind.[11]
Burg Greifenberg (Gemeinde Bäretswil) Die Burg Greifenberg auf dem Gemeindegebiet von Bäretswil war ab dem 14. Jahrhundert Sitz der Ritter von Hinwil, welche die Burg von den Habsburgern zum Lehen erhalten haben.[12] Aufgehende Mauern sind nicht erhalten, die drei Plateaus der Burganlage sind aber noch heute auf dem Gipfel des 883 m hohen Greifenbergs sichtbar.[13]

Weitere Burgen mit Bezug zu Hinwil

  • Ritterhaus Bubikon: Die Johanniterkomturei besass im Mittelalter Güter in Hinwil.
  • Schloss Grüningen: War als Landvogteisitz im Ancien Regime regionales Verwaltungszentrum.
  • Burg Werdegg bei Elgg: Im 15. und 16. Jahrhundert Sitz einer Nebenlinie der Ritter von Hinwil.
  • Burgen der Landenberger: Die Landenberger besassen Güter in Hinwil.

Einzelnachweise

  1. Markus Brühlmeier: Hinwil. Alltag, Wirtschaft und soziales Leben von 745 bis 1995. Hinwil / Wetzikon 1995, S. 32–39.
  2. Fietz, Hermann: Die Kunstdenkmäler der Schweiz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II. Basel 1943, S. 205.
  3. Glaettli, Karl Werner: die Burgruine Bernegg, in: Antiquarische Gesellschaft Hinwil, Achtes Jahrheft, 1935, S. 20–23.
  4. Kommunales Inventar schützenswerter Objekte, G097.
  5. Markus Brühlmeier: Hinwil. Alltag, Wirtschaft und soziales Leben von 745 bis 1995. Hinwil / Wetzikon 1995, S. 33.
  6. Fietz, Hermann: Die Kunstdenkmäler der Schweiz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II. Basel 1943, S. 206.
  7. Markus Brühlmeier: Hinwil. Alltag, Wirtschaft und soziales Leben von 745 bis 1995. Hinwil / Wetzikon 1995, S. 34–35.
  8. Markus Brühlmeier: Hinwil. Alltag, Wirtschaft und soziales Leben von 745 bis 1995. Hinwil / Wetzikon 1995, S. 33.
  9. Markus Brühlmeier: Hinwil. Alltag, Wirtschaft und soziales Leben von 745 bis 1995. Hinwil / Wetzikon 1995, S. 33.
  10. Markus Brühlmeier: Hinwil. Alltag, Wirtschaft und soziales Leben von 745 bis 1995. Hinwil / Wetzikon 1995, S. 33.
  11. Fietz, Hermann: Die Kunstdenkmäler der Schweiz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II. Basel 1943, S. 206.
  12. Markus Brühlmeier: Hinwil. Alltag, Wirtschaft und soziales Leben von 745 bis 1995. Hinwil / Wetzikon 1995, S. 33.
  13. Autor vor Ort.
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