Bezirksgesangsfest Hinwil 1913

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Das Festspiel Bachtels Gruss aus alter und neuer Zeit war der Höhepuntk des Fests, Postkarte 1913

Das Bezirksgesangsfest Hinwil war ein regionales Grossereignis, das mit Gesangswettkämpfen und einem Festspiel am 6. Juli 1913 begangen wurde. Es war 28 Jahre nach dem Bezirksgesangsfest Hinwil 1885 die zweite Austragung.

Organisation

Organisatorische Trägerschaft des Festes war der Bezirksgesangsverein unter Beizug eines externen musiktheoretisch geschulten Kampfgerichts. Das Hinwiler Organisationskomitee war für die lokale Organisation verantwortlich. Als Festpräsident fungierte Kantonsrat Wilhelm Nauer, als OK-Präsident Bezirksrat Henri Hotz. Weitere OK-Mitglieder waren W. Köng (Aktuar), Johann Suremann (Bauten), O. Hess (Dekoration), J. Pfister-Senn (Finanzen), L. Kaspar (Unterhaltung), Henri Lutz (Wirtschaft), Hermann Schätti (Empfangskomitee), J. Suter (Polizei), A. Camenisch (Presse) und Dr. Walter Amstad (Sanität). Als Festmusik wirkte die Harmonie am Bachtel.[1]

Festprogramm

Zu den Höhepunkten gehörte auch ein Festumzug, hier am Hirschenplatz, Foto 1913

Das Gesangsfest beginnt um fünf Uhr morgens mit Salutschüssen. Nach Proben und Begrüssungsansprachen findet um 10:30 ein erstes Konzert der Verbandsvereine in der reformierten Kirche und um 14:00 ein zweites Konzert der Gastvereine und der Gesamtchöre in der eigens erbauten Festhütte statt. Es folgen ein Festzug mit über 500 kostümierten Teilnehmern, ein Bankett und schliesslich um 19:00 das Festspiel als Höhepunkt.[2] Die anschliessende Abendunterhaltung bis Mitternacht wird von Hinwiler Vereinen bestritten: Harmonie am Bachtel, Turnverein Hinwil, Männerchor Hinwil, Töchterchor Hinwil, Kirchenchor Hinwil, Veloklub Hinwil.

Gesangswettkämpfe

Der Bezirksgesangsverein Hinwil empfängt am 6. Juli nicht weniger als 29 Gesangsvereine aus dem Bezirk und 6 Gastvereine. Hinwil selbst ist mit zwei Gesangsvereinen vertreten: Der Männerchor Hinwil singt das Lied Waldabendschein von Jakob Eduard Schmölzer, der Töchterchor Hinwil das Lied Ein einsames Kreuz von Hermann Wettstein.[3]

Festspiel

Schauspieltruppe des Festspiels in Mittelalterkostümen, Fotografie 1913
Titelseite von Farners Festspiel

Ein Höhepunkt des Gesangsfestes war die Aufführung des Festspiels Des Bachtels Gruss aus alter und neuer Zeit. Ein Festspiel zu Ehren des Bezirksgesangfestes in Hinwil 1913 von Ulrich Farner. Das Werk wird in der Hinwiler Buchdruckerei A. Camenisch publiziert und am 6. Juli aufgeführt. Es handelt von der Siedlungsgeschichte Hinwils von der Steinzeit (Höhlenbewohner Han und Hun) bis zur Gegenwart (Velo-Reigen der Schuljugend), wobei der Fokus auf den Alemannen liegt. Die Namensgeber von Hinwil (Huninchin) und Wädenswil (Wadin) kommen darin vor, sind aber aufgrund inexistenter Quellen als weitgehend fiktive Charaktere konzipiert. Das Mittelalter repräsentieren in zwei Szenen die Ritter Hermann von Hinwil und Jörg von Hinwil. Neben solchen fiktiv-historischen Figuren treten auch allegorische Figuren auf, so Helvetia, Turica und der Bachtel, der sich in breitem Zürioberländer Dialekt zu den Siedlern an seinem Fuss äussert.[4]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Programm und Liedertexte für das Bezirkssängerfest in Hinwil, Sonntag den 6. Juli 1913.
  2. Programm und Liedertexte für das Bezirkssängerfest in Hinwil, Sonntag den 6. Juli 1913.
  3. Bericht über das Sängerfest des Bezirksgesangsvereins in Hinwil, den 6. Juli 1913. Hinwil 1913.
  4. Farner, Ulrich: Des Bachtels Gruss aus alter und neuer Zeit. Ein Festspiel zu Ehren des Bezirksgesangsfestes in Hinwil 1913. Hinwil 1913.
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