Wasserversorgung

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Wasser ist einer der wichtigsten Rohstoffe im Alltag des Menschen. Er benötigt es zum Trinken, Kochen, Waschen, Putzen, Giessen, Tränken, Antreiben, Baden, Löschen und sogar zum Taufen. Dementsprechend ist die Wasserversorgung Hinwils eine der zentralen Infrastrukturen.

Vorgeschichte

Der abgegangene Schmittenbrunnen im Hinwiler Oberdorf neben dem Gasthof Morgenthal (heute Vecchia Posta) war zu seiner Zeit ein infrastrukturelles Zentrum.

Als Vorläufer der modernen Wasserversorgung können die Laufbrunnen betrachtet werden. Dank der Fassung und Zuleitung von höher gelegenen Quellen mittels Holzrohren (Teucheln) kann so fliessendes Wasser auf die Dorf- und Hofplätze geleitet werden. Gegenüber den noch im Hochmittelalter üblichen Sodbrunnen (Grundwasser-Ziehbrunnen) und Zisternen (Regenwasserspeicher) stellen sie einen grossen Fortschritt dar. Bis nach 1900 bilden Laufbrunnen, in Hinwil meist von privaten Brunnengenossenschaften unterhalten, die hauptsächliche Wasserversorgung. Das Wasser muss aber entweder am brunnen genutzt oder für den Hausgebrauch abgeschöpft werden. Im 20. Jahrhundert werden durch private Korporationen und zahlreiche Quellfassungen, Reservoirs und Pumpwerke und Rohrleitungsnetzwerke angelegt, um eine direkte Versorgung der Haushalte und Betriebe mit fliessendem Wasser zu ermöglichen.[1]

Chronologie

Das Reservoir Wernetshausen von 1922 ist eines der ersten seiner Art in Hinwil.

1876 Durch die Kempttalbahn wird Hinwil neu von der Eisenbahn erschlossen. Um die Versorgung der Lokomotiven mit Wasser sicherzustellen, wird eine Gusseisenrohrleitung zum Bahnhof angelegt.[2]

1907 Im Gsteinler lässt die Zivilgemeinde Hinwil ein erstes Resevoir errichtet. Es folgen in den kommenden Jahrzehnten 14 weitere Reservoirbauten auf dem Gebiet der politischen Gemeinde Hinwil.[3]

1922 Gründung der Wasserversorgungsgenossenschaft Hadlikon. Als eine der letzten privaten Genossenschaften ist sie bis heute eigenständig.[4]

1929 Im Hinterbühl zwischen Dorf und Wässeri entsteht das erste Grundwasserpumpwerk Hinwils. Es ermöglicht eine regelmässige Wasserversorgung einzelner Haushalte und Betriebe in Hinwil-Dorf.[5]

1932 Auflösung der Zivilgemeinden und Gründung der Wasserversorgung der politischen Gemeinde Hinwil. In der Folge entsteht ein umfassendes Rohrleitungsnetzwerk zur Versorgung der Hauhalte und Betriebe.[6]

1949 Infolge der wiederholten Wasserknappheit übt der Kanton in den Nachkriegsjahren Druck auf die noch zahlreich bestehenden privaten Brunnen- und Wasserversorgungsgenossenschaften aus, sich der kommunalen Wasserversorgung anzuschliessen.[7]

1949–1950 Bau des zweiten kommunalen Grundwasserpumpwerks im Moos.[8]

1953 Die Schmittenbrunnengenossenschaft wird aufgelöst und der kommunalen Wasserversorgung einverleibt. Sie verfügt den Abbruch des Brunnens.[9]

1956 Zürichseewasser ergänzt das Quell- und Grundwasser: Als entscheidender Schritt gegen die Wasserknappheit schliessen sich 12 Gemeinden und 17 Partner zur Gruppenwasserverorgung Zürcher Oberland (GWVZO) zusammen. Die Rohrwasserpumpwerke Männedorf und Sonnenfeld leiten fortan über ein verzweigtes Netzwerk täglich rund 50'000 Kubimeter Wasser aus dem Zürichsee ins Oberland. Im Hinwiler Pumpwerk Hinterbühl wird das Seewasser an die Konzessionsgemeinden Hinwil, Wetzikon und Pfäffikon ZH sowie an Abnehmer in Hadlikon. Die Gemeinde Hinwil eine Option zum bezug von von 6'000 Kubikmeter Wasser pro Tag. Im Jahr 2000 werden 400'000 Kubikmeter bezogen, was 40% des Bedarfs entspricht. Die Gruppenwasserversorgung mit Zürichseewasser erweist sich als unverzichtbar. Im selben Jahr übernimmt die Gemeinde übernimmt die Wasserversorgung der Brunnengenossenschaft Gstalden und bei der Kirche.[10]

1958 Die Gemeinde übernimmt die Wasserversorgung der Kolonie Ringwil samt Quellfassung und Reservoir Chellerloch vom Kanton.[11]

1961 Die Gemeinde übernimmt die Wasserversorgung Meiligut von der Armenfürsorge.[12]

1963 Die Gemeinde übernimmt die Wasserversorgung der Wasserversorgungsgenossenschaften Wernetshausen, Girenbad und Ringwil-West.[13]

1964 Die Gemeinde übernimmt die Wasserversorgung der Brunnengenossenschaft Unterdorf.[14]

1977 Die Gemeinde übernimmt die Quellfassung der Firma Lätsch.[15]

1979 Erste Schutzzonenregelente zur Verbesserung der Trinkwasserqualität werden vom gemeinderat erlassen.[16]

1982–1994 Grosse Generalsanierungskampagne: Zahlreiche Brunnenstuben, Reservoirs und Quellfassungen werden revidiert und saniert.[17]

2027 Mit dem Ersatzneubau des 1967 erstellten Reservoirs Laufenrain entsteht das mit 2'300 Kubikmeter Brauchwasservolumen bislang grösste Reservoir auf dem Hinwiler Gemeindegebiet.[18]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Bachofen, Walter (Hg.): Wasserversorgung der Gemeinde Hinwil, Hinwil 2001.
  2. ↑ Bachofen, Walter (Hg.): Wasserversorgung der Gemeinde Hinwil, Hinwil 2001, S. 4.
  3. ↑ Bachofen, Walter (Hg.): Wasserversorgung der Gemeinde Hinwil, Hinwil 2001, S. 7.
  4. ↑ Website Wasserversorgungsgenossenschaft Hadlikon
  5. ↑ Bachofen, Walter (Hg.): Wasserversorgung der Gemeinde Hinwil, Hinwil 2001, S. 7 und 12–13.
  6. ↑ Bachofen, Walter (Hg.): Wasserversorgung der Gemeinde Hinwil, Hinwil 2001, S. 7.
  7. ↑ Bachofen, Walter (Hg.): Wasserversorgung der Gemeinde Hinwil, Hinwil 2001, S. 8.
  8. ↑ Bachofen, Walter (Hg.): Wasserversorgung der Gemeinde Hinwil, Hinwil 2001, S. 12.
  9. ↑ Bachofen, Walter (Hg.): Wasserversorgung der Gemeinde Hinwil, Hinwil 2001, S. 8-9.
  10. ↑ Bachofen, Walter (Hg.): Wasserversorgung der Gemeinde Hinwil, Hinwil 2001, S. 9 und 24.
  11. ↑ Bachofen, Walter (Hg.): Wasserversorgung der Gemeinde Hinwil, Hinwil 2001, S. 9.
  12. ↑ Bachofen, Walter (Hg.): Wasserversorgung der Gemeinde Hinwil, Hinwil 2001, S. 9.
  13. ↑ Bachofen, Walter (Hg.): Wasserversorgung der Gemeinde Hinwil, Hinwil 2001, S. 9.
  14. ↑ Bachofen, Walter (Hg.): Wasserversorgung der Gemeinde Hinwil, Hinwil 2001, S. 9.
  15. ↑ Bachofen, Walter (Hg.): Wasserversorgung der Gemeinde Hinwil, Hinwil 2001, S. 9.
  16. ↑ Bachofen, Walter (Hg.): Wasserversorgung der Gemeinde Hinwil, Hinwil 2001, S. 30.
  17. ↑ Bachofen, Walter (Hg.): Wasserversorgung der Gemeinde Hinwil, Hinwil 2001, S. 11.
  18. ↑ Abstimmungsbüchlein Unrenabstimmung Sonntag, 14. Juni 2026, Neubau Reservoir Laufenrain; Kreditgenehmigung.
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